Mingstanner Mini-Kerwa 2021

Bilder Copyright ©2021, Steigerwald EDV™ Verlag, alle Rechte vorbehalten

 

Feste feiern, wie sie fallen, auch wenn sie ein bisschen schmerzhaft fallen, schien das Motto der diesjährigen Dorfkirchweih zu sein.  Schmerzhaft vor allem war die doppelte Plage der Corona-Pandemie und des gnadenlosen Wetters.  Wegen Coronavorschriften ist die Kerwa sogar 2020 ersatzlos ausgefallen.

 

Im Juni sprachen Bürgermeister Jürgen Riedel und der Gemeinderat lange darüber, ob das Dorf eine offizielle Kerwa trotz des staatlichen Verbots von Veranstaltungen mit dem Charakter eines Volksfestes zustande bringen konnte.  Einen Umweg um diese Vorschrift konnten sie nicht finden.

 

Der Bürgermeister wendete sich dann an die zwei Münchsteinacher Gastwirte und die Kirche.  Beiden reagierten positiv, in der Brauerei Gasthof Krone sogar mit fünf Tage abendliche Musik.  Kirchenveranstaltungen mit Auflagen und der vorschriftsmäßige Betrieb der Gasthäuser und der Biergärten sind erlaubt.  So kam es, dass Kirche und Gastwirtschaft – oft Konkurrenten für die Anwesenheit des Publikums an Kirchweihtagen – sich über einen Plan für einen Mini-Mingstanner-Kerwa einigten.

 

Auf den großen Umzug am Kerwasonntag, den traditionellen Sautrogrennen zum Kerwaausklang oder das große Festzelt musste man verzichten.  Zum Trost aber haben beide Gastwirtschaften fünf Tage lang Kerwabetrieb geplant.  Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde wollte nach dem Festgottesdienst an Kerwasonntag ein Standkonzert mit dem Münchsteinacher Posaunenchor und ein Weißwurstfrühschoppen im Freien auf dem Klosterhof anbieten.

 

Zu ihrem Verdruss mussten die Münchsteinacher akzeptieren, dass nicht alle Pläne realisiert werden konnten.  Kein einziges Mal in den fünf Tagen erreichte die Außentemperatur 20 °C.  Der tägliche Nieselregen wurde nur gelegentlich vom Starkregen unterbrochen.

 

Trotzdem gingen die Rechnungen bei den Gastwirtschaften auf.  Die Rückkehr der Mingstanner Kerwa, auch in einer Mini-Version, zog fünf Tage lang einen regen Besucherverkehr in die beiden Gasthäuser, obwohl Krone Wirtin Claudia Zeller einen Strich durch einen Teil ihrer Pläne machen musste.  Sie wollte Kerwa nicht nur im Gasthof sondern auch in ihrem Biergarten anbieten.  Wegen des Wetters blieben die Sitzbänke draußen auf den Tischen gekippt.

 

Die Kirchengemeinde hatte einen gemischten Erfolg mit ihren Plänen.  Seit mehr als einem Jahr ist die Pfarrerstelle in Münchsteinach vakant.  Pfarrer i. R. Helmut Ottmüller kam zur Rettung des Kirchweihgottesdiensts und wurde belohnt mit einem vollen Haus im Nikolausmünster, mindestens als man ein volles Haus in Covid19-Zeiten versteht.  Die Hälfte der Kirchenbankreihen mussten zwangsweise leer bleiben, und Abstand auf jeder Sitzbank war auch erforderlich.  Aber wo man sitzen dürfte, fand man fast ausnahmslos einen Kirchgänger.

 

Nach dem Gottesdienst konnte das Publikum das Standkonzert von Hans Loscher und seinem Posaunenchor ausnahmsweise im Freien am Klosterhof genießen.  Aber als die letzte Note tonte, schauten die schon bei nur 13 °C frierenden Zuschauer auf die schnell ankommenden schwarzen Wolken im Himmel.  Die Gäste und das Weißwurstfrühschoppen verschwanden geschwind in die Münsterklause.

 

Die Münchsteinacher träumen nun von herrlichem Wetter und einem Ende der Pandemie im Spät-August 2022.  Wer schmerzhaft fällt, kann nur wieder aufstehen und weitermachen.

 

Für ein vergrößertes Bild, klick' das kleine Image an!

 

Das einzige im Freien:  Hans Loscher und die Münchsteinacher Posaunenchor