Gold für Franz Huber – Deutschlands bester Stuckateur

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Franz Huber mit seinem Wettbewerbsstück

 

Stuckateur Franz Huber ist Gewinner der Goldmedaille als Deutschlands bester Stuckateur im Jahre 2019.  Damit kommt einer der begehrten Handwerksmedaillen zum zweiten Mal nach Altershausen.

 

Der 21-jährige Huber kam auf den ersten Platz unter 60 Mitbewerben in einer Siegerzeremonie in Bad Zwischenahn am Meer in Ostfriesland.  Der Preis wurde vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes zum 68. Mal verliehen.  Mit Franz Huber, berichtet der Verband, geht eine Siegermedaille zum zweiten Mal an das Altershäuser Unternehmen Stirnweiß Stuck.

 

Laut Verbandsstatistik ist dies das erste Mal, dass ein ehemaliger Bundessieger der Ausbilder eines neuen Bundessiegers ist.  Franz Hubers Werksmeister, Arbeitskollege und Wettbewerbsausbilder Jonathan Stirnweiß brachte 2011 die Silbermedaille für den zweiten Platz mit nach Hause.

 

Hat Huber mit dem 1. Platz gerechnet?  "Zunächst nicht," antwortet er.  "Aber dann habe ich begonnen zu denken, ja, es könnte schon sein, and mit Gold war ich dann nicht so überrascht."

 

Sitzend am Tisch gegenüber vom Chef und ehemaligen Silbermedaillengewinner Stirnweiß, sagte er lachend, "Mit Silber wäre ich nicht zufrieden.  Ich wollte Gold."  Die Bemerkung störte Stirnweiß nicht.  "Wir brauchen Lehrlinge," erzählt er.  "Dass wir zweimal Medaillen gewonnen haben, bringt vielleicht ein paar gute Lehrlinge zu uns."

 

Franz Huber, links, mit seinem Ausbilder Jonathan Stirnweiß

 

Der neue Bundessieger kam 2001 mit zwei Jahren nach Altershausen, nach einem Familienumzug aus Nürnberg.  Er dachte zuerst an einer Karriere bei der Bayerischen Polizei, suchte dann nach dem Ratschlag seiner Eltern einen Ausbildungsplatz als Handwerker.  "Sie haben gedacht, ein Beruf als Handwerker ist immer sicher."

 

Welche Art der Ausbildung er machen wollte, wusste er anfangs noch nicht, aber die Frage wurde für ihn mit einem angebotenen Ausbildungsplatz vom benachbarten Stirnweiß Stuck entschieden.  Es dauert nicht lange bevor er voll begeistert von seiner Arbeit als Stuckateur Lehrling wurde.  Er meint, er bleibt immer noch so begeistert.

 

"Die Arbeit ist vielfältig," erklärt er.  "Jeden Tag ist es etwas anders.  Ich wollte nicht an einem Computer sitzen.  Ich möchte sehen, was ich erreicht habe.  Wenn man etwas erreichen will, kann man alles erreichen.  Wer an sich selbst glaubt, kann alles erreichen."

 

Was will Franz Huber langfristig erreichen?  Einen Umzug in die Stadt, wo ein Handwerker am besten verdienen kann?

 

"Nein!" sagt er emphatisch.  "Ich will kein Stadtstress.  Ich bin ein Dorfkind.  Ich bin hier aufgewachsen.  Mein Freundeskreis ist hier.  Die jungen Leute in Altershausen bleiben im Dorf, ich auch.  In der letzten Zeit haben mehrere meiner Freunde Häuser hier gekauft oder gebaut.  Ich habe nun auch ein Haus gekauft.  Ich bin noch bei der Renovierung, aber vor dem Jahresende, ziehe ich ein."

 

Sein Wettbewerbsstück wird man allerdings nicht in seinem neuen Haus finden.  Man musste eine Metallständer-Konstruktion in Trockenbauweise herstellen, die mit Gipskartonplatten beplankt wurden.  Die Oberfläche war dann vollflächig zu verspachteln.  Zwei der vier Seitenteile bekamen eine Fensteröffnung.  Die Teilnehmer mussten dann eine fest definierte Fläche nach eigenen Vorstellungen mit Putz und Farbe frei gestalten.

 

"Das Stück war zu groß zu behalten," erzählte er.  "Wir haben es schon abgebaut."